Im Treppenhaus des Verwaltungsgebäudes eines produzierenden Betriebes wies der verbaute Betonwerkstein nicht nur Laufstraßen auf, sondern auch haftende Verschmutzungen. Innerhalb der täglichen Unterhaltsreinigung konnte der ausführende Reinigungsdienstleister der ein­getragenen Verschmutzung offenbar nicht Herr werden.

Trotz täglicher Unterhaltsreinigung und vom Preis her einer auskömmlichen Kalkulation befand sich das Treppenhaus in einem für den Objektbetreiber nicht mehr hinnehmbaren Zustand. Produktionsbedingt kommt es in dem Objekt grundsätzlich zu einem hohen Schmutzeintrag.

Für den Sachverständigen galt es daher zu überprüfen, in welcher Form Reinigungsarbeiten möglich sind und ob möglicherweise ein falscher Bodenbelag ausgewählt worden ist. In dem Fall könnte dieser durch die produktionsbedingten Verunreinigungen irreparabel beschädigt worden sein, sodass die Verunreinigungen im Rahmen der Gebäudereinigungsarbeiten gar nicht mehr zu entfernen sind.

Den optischen Zustand des Bodens im Treppenhaus gibt Bild 1 sehr gut wieder. Deutlich ist auf den Treppenstufen eine Laufstraßenbildung zu erkennen. Die Verschmutzung erwies sich zudem als stark haftend. Es war daher fraglich, ob sie zu entfernen war – und wenn ja, mit welchem Aufwand.

Dem Sachverständigen war es im Hinblick auf die vom Reinigungsdienstleister zu erbringende tägliche Unterhaltsreinigung allerdings wichtig, für die Probereinigung ein Reinigungsmittel auszuwählen, das gemäß den Herstellerangaben sowohl zur Intensiv­reinigung als auch in der laufenden Unterhaltsreinigung eingesetzt werden kann.

Intensivreiniger und mechanische Unterstützung

Der im Objekt verlegte Betonwerkstein wurde daher mit einem Intensivreiniger für Feinsteinzeug und Keramikfliesen in zehnprozentiger Konzentration gereinigt. Hierbei wurde die Reinigungsflotte mit einem Mikrofasertuch aufgetragen. Der Sachverständige benutzte bewusst keinen Mikrofasermopp, damit er die Menge der auf die Oberfläche aufzutragenden Reinigungsflotte besser steuern konnte und um zu vermeiden, dass Reinigungsflotte im Randbereich die Treppe herunterläuft.

Nach kurzer Einwirkzeit wurde der Betonwerkstein mithilfe eines Melaminpads mechanisch bearbeitet. Im Anschluss wurde die Schmutz­flotte wieder mittels Mikrofasertuch aufgenommen und der Boden anschließend klargespült. Das Ergebnis dieser Probereinigung zeigen die Bilder 2. Mit der vom Sachverständigen aufgezeigten Methode ließen sich die Verschmutzungen einwandfrei entfernen. Von Zeit zu Zeit sollte bei wiederholtem Schmutzaufbau daher eine Intensiv- beziehungsweise Grundreinigung ausgeführt werden.

Treppenhäuser sind viel frequentierte Bereiche. Nicht nur die im Objekt tätigen Mitarbeiter nutzen sie, sondern auch Kunden und Besucher. Daher sollten Treppenhäuser mit besonderer Sorgfalt gereinigt werden. Hierbei spielt die Wahl der Mittel eine entscheidende Rolle. Diese sollten an die Art der Verschmutzung angepasst werden. Im vorliegenden Schadensfall kommt als Neben­effekt hinzu, dass durch das Entfernen der Verschmutzungen die Lichtausbeute im Treppenhaus um ein Vielfaches erhöht wird, was im weiteren Sinne der Arbeitssicherheit zugutekommt: Die Gefahr von Stolperunfällen mit Verletzungsfolge wird minimiert.