Im vorliegenden Schadensfall wurde der Sachverständige mit der Prüfung der ordnungsgemäßen Durchführung der Unterhaltsreinigung auf einem versiegelten Parkettboden beauftragt. Der Kunde bemängelte vor allem die schlechte Optik des Bodens.

In einem hochwertigen Büroobjekt stritten sich Dienstleister und Auftraggeber über die ordnungsgemäße Ausführung der Reinigungsleistungen auf dem im gesamten Bürokomplex verlegten Parkettboden. Hierbei hatte der Dienstleister das Problem, dass trotz mehrfacher Aufforderung eine Pflegeanweisung erst übergeben wurde, nachdem der Zustand der gereinigten Parkettflächen mehrfach bemängelt wurde.

Eine partnerschaftliche Beziehung zwischen Auftragnehmer und Auftraggeber hätte im Vorfeld einige Probleme beheben können. Hinzu kam, dass die übergebene Pflegeanweisung aufgrund mangelnder Informationen nicht ausreichend war. Der Sachverständige bediente sich daher der Pflegeanweisungen zweier namhafter Hersteller für Produkte aus dem Parkettbereich.

Jede Versiegelung wird durch permanente Beanspruchung abgenutzt. Der Grad der Beanspruchung sollte im Vorfeld mit dem Kunden im Hinblick auf die zu erwartenden Nutzerfrequenz erörtert werden. Entsprechend der DIN 18356 und der DIN 18367 ist die Reinigung und Pflege zum Erhalt der Versiegelung und damit des Holzes sehr wichtig. Mit der richtigen Reinigung und mit der darauf abgestimmten, regelmäßigen Pflege wird die Optik des Parkettbodens erhalten und verlängert den Lebenszyklus um ein Vielfaches.

Der Sachverständige empfiehlt bei der Betrachtung der Nutzerfrequenz und der Begutachtung des eingesetzten Mobiliars, Folgendes zu beachten:

  • Laufrollen und Gleiter müssen DIN EN 12529 (Kunststoff oder Filz) entsprechen.
  • Metallische Möbel und Gegenstände bedürfen einer Schutzmatte.
  • Keine weichmacherhaltigen Materialien aus zum Beispiel Gummi oder Kautschuk direkt auf den Parkettfußboden stellen.
  • Keine Klebebänder auf die Oberfläche aufbringen.

So weit möglich sollte auch die im Bürokomplex getragene Bekleidung, vor allem das Schuhwerk, mit in Betracht gezogen werden. Ledersohlen und kleine Absätze sorgen für einen erhöhten Abrieb, wenn hierüber Verschmutzungen eingetragen werden.

Den beiden vom Sachverständigen genutzten Pflegeanweisungen konnte entnommen werden, dass Hersteller A Bürogebäude als mittelstark genutzte Bereiche bezeichnet, wobei eine Grundreinigung und anschließende Vollpflege circa alle sechs Monate empfohlen wird. Hersteller B verweist darauf, dass mittelstark beanspruchte Böden einer Vollpflege circa alle 14 Tage bedürfen.

Grundsätzlich gilt jedoch, dass die Vollpflege entsprechend der Herstellerangaben durchzuführen ist. Die Reinigung sollte man in Anlehnung an die Pflegeanweisung des Herstellers und der ­ermittelten Nutzerfrequenz ausführen und anschließend auch doku­mentieren.

Regelmäßige Grundreinigung empfohlen

Im vorliegenden Fall wurde daher gemäß Pflegeanweisung eine Musterfläche angelegt, da der schlechte optische Zustand eindeutig auf einen erhöhten Schmutzeintrag auf der Oberfläche zurückzuführen war, was sich unter anderem durch die stumpfe Optik des Bodens zeigte.

Als Hilfsmittel und zur Überprüfung der Arbeiten wurde der Glanzgrad vor und nach der Reinigung gemessen. Das Ergebnis: Auf der Oberfläche fanden sich neben Rückständen aus Wischpflegemitteln die üblichen Verschmutzungen aus der täglichen Nutzung des Objektes. Diese wurden im Rahmen einer Grundreinigung entfernt.

Allein durch die vom Hersteller vorgeschriebene Grundreinigung des versiegelten Parkettbodens wurde eine wesentliche Verbesserung der Optik erzielt. Diese wurde anschließend nochmals besser durch den Auftrag der Vollpflege.

Es wurde daher die Empfehlung ausgesprochen, eine regelmäßige Grundreinigung gemäß Pflegeanweisung mit anschließender Vollpflege durchzuführen.