Einwegprodukte für Böden und Oberflächen

Der Begriff „Einweg“ steht meist eher nicht für Nachhaltigkeit. Doch es werden laufend neue Hightechmaterialien entwickelt, die hohe Reinigungsleistung mit Umweltfreundlichkeit kombinieren und Reinigungskräften ermöglichen, den Verbrauch von Wasser und Chemikalien zu reduzieren. Über die verfügbaren Optionen für die ­Reinigung von Böden und Oberflächen.

Mit der Weiterentwicklung umweltfreundlicher Reinigungsmaterialien haben Gebäudereiniger mehr Auswahlmöglichkeiten als je zuvor. „Grüne“ Wischtücher punkten längst nicht mehr nur durch ihre Nachhaltigkeit. Ihre Reinigungsleistung erreicht oder übertrifft mittlerweile in vielen Anwendungsbereichen diejenige von herkömmlichen Produkten.

Beim Begriff „Einweg“ denkt man nicht wirklich an Umweltfreundlichkeit, doch neue hochwertige Produkte können den Verbrauch von Wasser und Chemikalien beim Reinigen reduzieren. Manche Produkte sind sogar vollständig biologisch abbaubar, sodass sie nach der Entsorgung nicht auf der Deponie landen.

Beispiel Gastronomie

In der Gastronomie sind Sauberkeit und Hygiene essenziell. Verschüttete Fetten und Öle müssen schnell und effektiv aufgenommen werden, aber billige Papier- oder Stofftücher sind dieser Aufgabe aufgrund mangelnder Saugkraft und Stärke nicht immer gewachsen. Die Folgen sind höherer Verbrauch, häufigeres Ausleeren der Mülleimer und höhere Kosten.

Manager, zu deren Aufgaben die Verbesserung der Qualität und Hygiene und die Einhaltung hoher Nachhaltigkeitsstandards zählen, kennen das leidige Problem, dass viele Einwegtücher für die Gastronomie schwer auszuspülen und sauber zu halten sind. Dadurch kommt es zu Geruchsentwicklung, und wenn die Tücher riechen, werden sie weggeworfen. Der Verbrauch steigt, und der zusätzliche Abfall steigert die Kosten und den Aufwand der Müllbeseitigung. Diese Art Tücher länger zu verwenden, erfordert häufiges Ausspülen und führt dadurch zu Zeit- und Wasserverschwendung.

Ähnlich ist es bei wiederverwendbaren Tüchern, die häufig gewaschen werden müssen, was Zeit braucht und Kosten verursacht – und eventuell doch nicht ­ausreicht, um alle Bakterien aus den Tüchern zu ent­fernen. Dann können Keime von einer Oberfläche auf die nächste übertragen werden, anstatt entfernt zu ­werden.

Herkömmliche Reinigungstücher aus Webmaterialien liefern oft nicht das für die Gastronomie erforderliche Hygieneniveau und bergen immer das Risiko von Kreuzkontaminationen und der Übertragung von Schmutz und Keimen auf die nächste abgewischte Oberfläche.

Es gibt aber Tücher, die nicht nur vollständig kompostierbar und biologisch abbaubar sind, sondern auch für den direkten Kontakt mit Lebensmitteln freigegeben ist: Beispielsweise ermöglicht das „Chicopee J-Cloth Plus Biodegradable” durch seine offene, wellenförmige Struktur die effiziente Aufnahme jeder Art von Verschmutzung und leichtes Ausspülen für längere Frische.

Nach der Entsorgung ist das Tuch vollständig biologisch abbaubar und kompostierbar. Unabhängige Tests in externen Labors belegen, dass dieses Wischtuch allen relevanten DIN-Normen entspricht, und als Beleg seiner Umweltfreundlichkeit ist es mit dem Keimling-Logo von DIN-Certco zertifiziert. Das Wischtuch entspricht den EU-Vorschriften für Materialien und Produkte, die für den Kontakt mit ­Lebensmitteln vorgesehen sind. Damit sind sie völlig unbedenklich beim direkten oder indirekten Kontakt mit trockenen, feuchten oder fetthaltigen Lebens­mitteln.

Beispiel Gesundheitswesen

Besonders im Gesundheitssektor tritt die Notwendigkeit effektiver Reinigungsverfahren heute so deutlich zutage wie nie zuvor. Die Prävention von therapie­assoziierten Infektionen zählt zu den wichtigsten Aufgaben im Gesundheitswesen auf der ganzen Welt. Schätzungen zufolge könnte ein Fünftel dieser Infektionen durch bessere Reinigungsverfahren vermieden werden.

Der wichtigste Aspekt der Reinigungsprozesse ist natürlich die Entfernung von Krankheitserregern, doch manche Reinigungspraktiken sind durchaus zweischneidig. Bestimmte Reinigungschemikalien können zu Umweltverschmutzung und gesundheitlichen Problemen wie Asthma und Dermatitis bei Patienten führen, während manchmal das Reinigen selbst als Ursache von Muskel-Skelett-Erkrankungen des Reinigungspersonals zu betrachten ist.

Diverse Studien belegen, dass die Dämpfe von Chemikalien wie Bleichmitteln, Detergenzien, Fettlösern und Poliermitteln zu Asthma geführt oder bestehende Asthmaerkrankungen verschlimmert haben. Eine kürzlich durch die Universität von Bergen in Norwegen durchgeführte Studie zeigt nicht nur, dass bestimmte Chemikalien die Lungenfunktion langfristig beeinträchtigen, wobei Frauen schwerer betroffen waren als Männer, sondern auch, dass Mikrofasern und Wasser für die meisten Zwecke oft ausreichen. Darüber hinaus wurde wissenschaftlich belegt, dass Pathogene gegen bestimmte Chemikalien zunehmend resistent sind. In einem Test wurde die hundertfache Konzentration eines Biozids benötigt, um einen E. Coli.-Stamm abzutöten.

Die Einführung von Mikrofasern in Reinigungsprozesse hat diese von Grund auf verändert. Mikrofasern sind in vielen Bereichen einsetzbar, von der Gastronomie über das Gesundheitswesen bis hin zur Industrie, und können Bakterien ohne Zuhilfenahme von Chemikalien entfernen. Hochwertige Mikrofasertücher sind ideal, um Oberflächen zu reinigen und zu desinfizieren. Die meisten können nass oder trocken verwendet werden und erzielen hervorragende Reinigungsergebnisse mit minimalem Aufwand und geringen Kosten. Tücher mit hohem Mikrofaseranteil fühlen sich dicker an und ähneln eher herkömmlichen Webtüchern. Hochwertige, für den kurzfristigen Einsatz entwickelte Tücher liefern dieselbe Reinigungsleistung wie herkömmliche Tücher, ohne jedoch gewaschen werden zu müssen, da sie nach Gebrauch entsorgt werden.

Keine Chance für Bakterien

Die Infektionsprävention ist ein wichtiger Aspekt im Gesundheitssektor. Alleine in Europa sterben jedes Jahr rund 37.000 Menschen unmittelbar an therapieassoziierten Infektionen, während solche Infektionen laut Schätzungen insgesamt an 100.000 Todesfällen beteiligt sind. Insgesamt betreffen sie jährlich circa vier Millionen Patienten und führen zu 16 Millionen zusätzlichen Tagen im Krankenhaus – umgerechnet vier zusätzliche Tage pro Patient (Zahlen der Weltgesundheitsorganisation WHO). Die jährlichen indirekten finanziellen Einbußen aufgrund von therapieassoziierten Infektionen belaufen sich in Europa auf rund sieben Milliarden Euro.

Ein Fünftel dieser vier Millionen Fälle ließe sich Schätzungen zufolge durch bessere Reinigungsverfahren vermeiden. Die Auswahl der optimalen Reinigungsmaterialien spielt eine tragende Rolle bei der Verbesserung der Verfahren und der Eindämmung von Infektionen.

Gängige Waschverfahren sind im oft unzureichend, um Bakterien zu entfernen, die gefährliche Infektionen hervorrufen können. In einer im American Journal of Infection Control veröffentlichten Studie wurde festgestellt, dass 93 Prozent der zum Reinigen von Krankenhauszimmern verwendeten Tücher auch nach dem Waschen noch gefährliche Konzentrationen von Bakterien enthielten. Außerdem übertragen herkömmliche Reinigungs- und Wischtücher nachweislich ungefähr ein Drittel der aufgenommenen Keime auf die nächste abgewischte Fläche.

Durch die Verwendung hochwertiger Einweg-Mikrofasertücher lassen sich jedoch die meisten Bakterien ohne Chemikalien oder große Mengen Wasser entfernen. Durch mechanische Reinigungsverfahren, bei denen Keime aufgenommen und zwischen den Fasern eines Tuchs gebunden werden, können bis zu 99,99 Prozent aller Bakterien von Flächen beseitigt werden. Dabei entfällt das Risiko von Kreuzkontaminationen, da das Tuch nach Gebrauch einfach entsorgt wird.

Allgemein gilt: Je feiner die Mikrofasern, desto wirksamer die Reinigung. Die Feinheit von Standard-Mikrofasern beträgt zwischen 0,7 und 1,0 Dezitex, doch es geht auch deutlich feiner. Beispielsweise werden für Chicopee-Mikrofaserprodukte Fasern mit einer Feinheit von 0,1375 Dezitex verwendet – 80 Prozent feiner und etwa ein Hundertstel der Dicke eines menschlichen Haars.

Bei mechanischen Reinigungsverfahren werden Schmutz und Bakterien zwischen den Fasern des Tuchs gebunden und gehalten, bis das Tuch ausgewaschen oder entsorgt wird. Ermöglicht wird diese effektive Methode durch die positive Ladung der splittbaren Mikrofasern, denn Schmutz und Staub sind negativ geladen und werden daher von den Fasern angezogen.

Das für den kurzfristigen Einsatz vorgesehene Tuch wird nach dem Gebrauch einfach entsorgt. Auf den ersten Blick mag ein Einwegtuch dem Gedanken der Nachhaltigkeit widersprechen, doch wird durch dieses Verfahren nicht nur das Risiko von Kreuzkontaminationen vermieden, sondern auch das Waschen erübrigt sich und der damit verbundene Wasser- und Chemikalienverbrauch entfällt.

Beispiel Bodenreinigung

Das Verfahren der mechanischen Reinigung lässt sich auch beim Boden anwenden. Herkömmliche Wischverfahren erfordern Wasser und Reinigungsmittel. Hochwertige Mikrofasermopps der neuesten Generation können Schmutz und Bakterien aufnehmen und zwischen den Fasern des Mopps binden, bis dieser entsorgt wird. Die Mopps wurden zur Verwendung mit einem speziellen Wischer entwickelt, der leichter und beweglicher als die meisten Mikrofaser-Flachmopps ist und über ein integriertes Reservoir verfügt, aus dem der Anwender nur bei Bedarf gezielt Rei­nigungsflüssigkeit abgibt. Das spart Wasser und ­Chemikalien.

Abschließend lässt sich zusammenfassen: Reinigungsmaterialien werden ständig weiterentwickelt und kombinieren bessere Reinigungsergebnisse mit umweltfreundlichen Eigenschaften. Viele dieser Wisch- und Reinigungstücher sowie Mopps sind als Einwegprodukte umweltfreundlicher als vergleichbare herkömmliche Produkte. Zudem entfallen der Aufwand, die Kosten und der Wasserbedarf für das Waschen der Tücher, da diese Produkte nach dem Einsatz einfach entsorgt werden.