Vorbereitung und ­Ausführung als ­ Erfolgsgaranten

Regelmäßige Reinigung und Pflege von Bodenbelägen sind für die langfristige ­Erhaltung unabdingbar. Grundreinigung und Beschichtung sind daher Arbeiten, mit denen sich Gebäudedienstleister permanent befassen müssen. Fehler bei ­Materialwahl und Ausführung können zu teuren Schäden führen.

Bei der Grundreinigung wird der Bodenbelag von abgenutzten Pflegefilmen sowie von sämtlichen losen und haftenden Verschmutzungen befreit. Die Grundreinigung ist ein mehrstufiger Reinigungsprozess, der in größeren Zeitabschnitten durchgeführt wird.

Vor der Grundreinigung sollte bewegliches Mobiliar vollständig aus dem Raum entfernt werden. Es wird empfohlen, die Fußbodenheizung mindestens einen Tag vor den Arbeiten abzuschalten.

Weiter empfiehlt es sich, die Grundreinigerlösung mit der Einscheibenmaschine unter Verwendung einer Scheuer­bürste auf den Boden aufzutragen.

Achtung: Zum Befestigen der Bürste oder des Treib­tellers ist aus Sicherheitsgründen die Stromzufuhr zu unterbrechen.

Vor der Grundreinigung ist der Grobschmutz durch staubbindendes Wischen oder Kehren zu entfernen.

Beim Ansetzen der Reinigungslösung und beim späteren Reinigungsvorgang ist auf die persönliche Schutz­ausrüstung zu achten. Dazu gehören wasserfestes Schuhwerk, Schutzhandschuhe und Schutzbrille.

Die Reinigungslösung ist nach Herstellerangaben anzusetzen und anschließend ohne zu verschütten in den Tank zu füllen. Das Auftragen der Grundreinigerlösung erfolgt in leicht überlappenden Bahnen.

Begonnen wird dabei an einer dem Ausgang gegenüberliegenden Stelle.

TIPP: Die richtige Menge Grundreinigungsflotte ist erreicht, wenn ein Streichholz auf der Reinigungs­lösung schwimmen kann. Um zu verhindern, dass die Grundreinigerlösung antrocknet, sollten immer nur Flächenabschnitte von 20 bis 25 Quadratmetern auf einmal benetzt werden.

Wichtig für den Einsatz der richtigen Reinigungs­chemie sowie der mechanischen Hilfsmittel sind die Identifikation der Bodenbelagart und die Berücksichtigung der Oberflächenbeschaffenheit.

Der Maschine unzugängliche Bereiche wie Kanten, Nischen oder Ecken werden mit dem Randreinigungsgerät und Handpad benetzt.

Im nächsten Schritt wird der Bodenbelag mit der Einscheibenmaschine und einer für die Belagart geeigneten Padscheibe in kreisender Bewegung systematisch abgescheuert. Randbereiche werden manuell mit dem Handpad bearbeitet.

Vor der Aufnahme der Schmutzflotte muss das Reinigungsergebnis auf vollständige Entfernung aller Pflege­filmreste zu kontrolliert werden.

TIPP: Mit einem Wasserschieber einige grundgereinigte Stellen abziehen und auf eventuelle Glanz­stellen prüfen. Danach die Schmutzflotte mittels Nasssauger vollständig absaugen. Im Anschluss wird mit der Einscheibenmaschine und Scheuerbürste mit klarem Wasser nachgespült und noch einmal abgesaugt.

In einem letzten Arbeitsschritt wird der Boden mit klarem Wasser zweistufig nass gewischt. Im nassen Zustand wird mit einem Indikatorpapier der pH-Wert kontrolliert. Neutral beziehungsweise keine Alkalität bedeutet, dass keine Rückstände des Grundreinigers mehr vorhanden sind und nach einer ausreichenden Trocknungszeit neu beschichtet werden kann.

Beschichtung gut vorbereiten

Bei stark beanspruchten, glatten Bodenbelägen ist es ratsam, den Belag mit einer Polymerdispersion zu ­beschichten. Dabei wird ein strapazierfähiger Pflegefilm gebildet, der den Boden schützt. Je nach Anforderung kommen unterschiedliche Beschichtungsmittel zum Einsatz, die auf beschichtbaren und wasser­beständigen Bodenbelägen wie zum Beispiel Lino­leum, PVC und versiegeltes Parkett appliziert werden können.

Vor dem Beschichten dürfen keine Schmutz-, Reinigungsmittel- und Pflegefilmrückstände mehr auf dem Belag vorhanden sein.

Der Auftrag der Beschichtung erfolgt mit Hilfe geeigneter Wischbezüge, zum Beispiel einem velours­artigen Mikrofaserwischbezug.

TIPP: Flusen auf dem Wischbezug können vor dem Beschichten mithilfe einer Fusselrolle oder einem Klebebandstreifen entfernt werden. Um den Beschichtungsmittelschwund durch den Wischbezug zu minimieren, sollte dieser vorher mit klarem Wasser nassgemacht und anschließend gründlich ausgewrungen werden.

Das Beschichtungsmittel wird unverdünnt direkt auf den Boden gegeben und mit dem Wischbezug gleichmäßig verteilt. Beim Verteilen der Dispersion ist auf eine gleichmäßige, flächendeckende Benetzung zu achten. Damit ein lückenfreier Beschichtungsauftrag besser beurteilt werden kann, wird weg von natürlichen Lichtquellen (zum Beispiel Fenstern) gearbeitet.

Beim Beschichten soll immer nass in nass und in leicht überlappenden Bahnen gearbeitet werden. Es ist darauf zu achten, dass keine Stellen wie Ecken, Kanten oder Vertiefungen vergessen werden, da die beim ersten Auftrag nicht behandelten Stellen später sichtbar bleiben.

TIPP: Für ein gleichmäßiges Vorlegen des Beschichtungsmittels kann ein Auslaufhahn am Gebinde befestigt werden.

In der Regel sind zwei  bis drei Schichtaufträge ausreichend. Nach jedem Auftrag ist auf eine ausreichende Trocknungszeit zu achten. Damit die Beschichtung gleichmäßig einwirken und austrocknen kann, sollten die Heizung ausgeschaltet und alle Fenster ­geschlossen sein. Die Fläche darf während der Trocknungsphase nicht betreten werden. Um Spuren in der Beschichtung zu vermeiden, sollte die Fläche frühestens nach einem Tag beansprucht werden.