Herbst und Winter kommen bestimmt. Und auch in diesen Jahreszeiten bedürfen Rasenflächen und Sportanlagen, Friedhöfe und Parks in unseren Städten besonderer Pflege, die rechtzeitig vorbereitet werden will. Sollen externe Dienstleister dabei bestimmte Aufgaben – z.B. bei der Schnee- und Eisbeseitigung – übernehmen, müssen die Verträge rechtzeitig geschlossen werden.

Für größere Kronenauslichtungsschnitte sind Herbst und Winter eine geeignete Zeit. Allerdings bevorzugen Baumpfleger zunehmend auch den Sommerschnitt. – Bild: Bollmann

-„Vorwarnungen“ auf die kühlere bzw. kalte Jahreszeit gibt die Vegetation: Das Laub einiger Baum- und Straucharten beginnt zu fallen, das Gras auf Rasenflächen wächst nicht mehr so schnell, Sommerblumenbeete verlieren ihre Blütenpracht. Für die kommunalen Betriebe oder auch private Dienstleister also höchste Zeit, sich eine Arbeitsplanung für das nächste halbe Jahr zu machen.

Wohin mit dem Laub?

Schon zu Beginn des Herbstes, meist noch früher, werfen Kastanien krankes Laub ab. Entweder sind die Bäume von Streusalz geschädigt oder/und es handelt sich um Blätter, die von der Kastanienminiermotte befallen sind. Der Miniermottenbefall lässt sich deutlich reduzieren, wenn das Laub regelmäßig aufgenommen und vernichtet wird. Kehrmaschinen mit Sammelbehälter sind eine wichtige Hilfe. Keinesfalls sollte das befallene Laub der normalen Kompostierung zugeführt werden. Die dabei entstehenden Temperaturen sind nämlich nicht hoch genug, um die Larven des Schädlings abzutöten. Kleinere Laubmengen können über den normalen Hausmüll entsorgt werden, größere Mengen werden in Großkompostierungsanlagen der zuständigen Abfallentsorgung gebracht. Die dort erzeugten Temperaturen töten die Larven zuverlässig ab. Laub auf Sport- und Bolzplätzen sollte in jedem Fall aufgenommen und einer Kompostierung zugeführt werden. Die Laubdecke würde sonst den Grasbewuchs schwächen. Das wiederum würde die Bespielbarkeit des Rasens verringern. Anders verhält es sich auf extensiv gepflegten Grünflächen. Hier kann eine dünne Laubschicht nicht schaden, weil solche Flächen in der Regel wenig frequentiert werden. Überschüssige Laubmengen können in angrenzende Gehölzpflanzungen verbracht werden.

Laubblasgeräte erleichtert die Arbeit, wenngleich deren Einsatz wegen des Lärms und des Schadstoffausstoßes oft umstritten ist. In jedem Falle ist ein solches Vorgehen einem Aufsaugen mit Abtransport vorzuziehen, weil u.a. Kleinlebewesen zum größten Teil vor Ort bleiben. Zu beachten ist die bundesweit gültige Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung, die den Einsatz auf die Zeit von 9.00–13.00 Uhr und von 15.00–17.00 Uhr begrenzt.

Für Wege, Straßen und Plätze gibt es in der Bundesrepublik die Verkehrssicherungspflicht, die sich aus § 823 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) ableitet. Vermoderndes Laub verursacht Rutschgefahren, und schon allein deshalb ergibt sich eine Reinigungspflicht. Auf asphaltierten und gepflasterten Flächen kommen – je nach räumlicher Gegebenheit – diverse Kehrmaschinen zum Einsatz. Wirtschaftlich sind in der Grünflächenpflege allemal multifunktionale Geräteträger, die durch unterschiedliche Anbaugeräte jahreszeitlich den Bedürfnissen angepasst werden können. Wenn dieses Laub wenig mit Verunreinigungen und Schadstoffen belastet ist, kann es problemlos kompostiert werden, ansonsten ist es zu vernichten. Kleinere Mengen gehören dann in die sogenannte „Restmülltonne“, größere Mengen werden von der zuständigen kommunalen oder kommunal beauftragten Abfallentsorgung wie anderer Abfall übernommen und weiterverarbeitet (Müllverbrennung, Deponierung usw.).

Laub auf Friedhöfen ist ein besonderes Thema. Für Wege gilt die Reinigungs- und Verkehrssicherungspflicht wie an anderer Stelle auch. Sie hat eine besondere Priorität deshalb, weil der Laubfall mit kirchlichen Gedenk- und Feiertagen zusammenfällt und deshalb mit einem deutlich erhöhten Publikumsverkehr gerechnet werden muss. Die Friedhofsbesucherinnen und -besucher schätzen es allgemein nicht, wenn Laub ihren (zu diesen Tagen besonderen) Grabschmuck bedeckt. Sie bringen es fast täglich in die gemeinschaftlichen Sammelkisten, erwarten allerdings vom Friedhofsträger, dass er wegen möglicher Verwehungen die Umgebung „laubfrei“ hält. Dieses Laub kann aufgenommen und in größeren Gehölzflächen ausgebracht werden. Die Restmenge gelangt in die Sammelkisten zur Kompostierung.

Kinder spielen gern mit und im Laub. Erwachsene erinnern sich bis ins hohe Alter an solche „Laubschlachten“ auf dem Schulhof oder im Park. Insofern sind Laubhaufen auf Spielplätzen oder in ihrer Nähe ein kostengünstiges Vergnügen. Allerdings sollte man darauf achten, dass Spielsand nicht mit Laub belastet wird. Es vermodert sehr schnell und macht den Sand weitgehend unbrauchbar für den Sandkasten. Ebenfalls ist Fallschutzsand von Laub freizuhalten, weil der Vermoderungsprozess zu einer nachlassenden Stoßdämpfung des Sandes führt. Dies gilt in gleicher Weise für Rindenmulch als Fallschutzmaterial. Überhaupt sollte dem Fallschutzbereich unter Spielgeräten eine erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt werden, denn durch die Mehrbelastung während der Sommermonate können unzulässige Verdichtungen entstanden sein, die gerade im Winter durch Eisbildung eine Gefahr für spielende Kinder sind.

Die Vorschriften der DIN EN 177 betreffen den Fallschutz und sie sind einzuhalten. Dabei ist auf Fallhöhen ab 1,50 m besonders zu achten. Bis weit in den November hinein frequentieren Kinder die Spielplätze. Da versteht es sich von selbst, dass die Verkehrssicherheitskontrollen unvermindert fortgesetzt werden. Insbesondere darf die nach DIN EN 1176 vorgesehene vierteljährliche Funktionskontrolle der Spielplätze nicht ausgelassen werden.

Gepflegte Blumenbeete sind ein Aushängeschild für jede Stadt oder auch für jedes Dorf. Da versteht es sich von selbst, dass sie zu allen Jahreszeiten einen gepflegten Eindruck machen. So empfiehlt es sich, die Bepflanzungsplanungen für den Herbst bereits im Sommer zu erstellen, um genügend Zeit für Vorbereitungen vor Ort und für Bestellungen zu haben. Preisgünstige und dabei qualitätsvolle Pflanzen sind im Herbst meist nicht mehr auf dem Markt. Dies gilt in besonderem Maße auch für Blumenzwiebeln – die Vorboten des nächsten Frühlings! Wer ganz bestimmte Vorstellungen von Art und Sorte hat, kann die Vorbestellung nicht früh genug erledigen. Überhaupt ist die gärtnerische Arbeit in den Beeten im September/Oktober wichtig. Gehölzumpflanzungen sollten in dem Zeitraum erfolgen, da der Boden noch warm ist und neue Wurzeln sich bilden können. Beim Rückschnitt der Stauden sollten lediglich verdorrte Triebe entfernt werden. Rispen von Ziergräsern sind ein fantastischer Winterschmuck, den man erhalten sollte. Während die „normalen“ Rasenflächen in Grünzügen und Parks in der kalten Jahreszeit weitgehend unbenutzt bleiben, werden Sport- und Bolzplätze immer dann bespielt, wenn es die Witterung gerade hergibt. Unabhängig von der Jahreszeit. Dabei wird selbst beim vereinsgebundenen Sport oft nicht Rücksicht darauf genommen, ob es viel oder wenig geregnet hat. Und weil das so ist, sollten diese Rasenflächen so „fit“ wie möglich in den Herbst und Winter gehen. „Fit“ heißt in diesem Fall: möglichst schnell abtrocknend und gut mit Nährstoffen versorgt.

Rasenfilz ist für die Belastbarkeit des Rasens in jedem Falle ungünstig. Insofern ist er – möglichst noch im September durch Vertikutieren zu beseitigen. Positiv ist in jedem Falle ein leichtes Aerifizieren und Besanden (ca. 3 l/m²) der Fläche. Beim Aerifizieren werden ca. 400 Löcher je Quadratmeter mit Schlepper-Anbaugeräten in den Boden gebracht. Ziel ist, die besonders verdichteten oberen Schichten so aufzubereiten, dass sie wieder ausreichend Luft und Wasser für die Graspflanzen aufnehmen können. Der gewaschene Sand wird gleichmäßig aufgebracht und mit einem (Anbau-)Schleppnetz eingearbeitet. Dies fördert die Tiefenverwurzelung und damit die Belastbarkeit des Rasens. Nach Niederschlägen ist das Spielfeld schneller wieder abgetrocknet. Die gleichmäßige Sandverteilung garantiert ein Kreiselstreuer, den es speziell für diese Aufgabe als Schlepper-Anbaugerät gibt.

Wichtig: Nährstoffe für die Rasenflächen

Wichtig ist aber auch eine ausgewogene Nährstoffversorgung für die Wintermonate. Spezielle Herbstdünger mit deutlich erhöhtem Kaliumgehalt kräftigen die Rasenpflanzen in der Weise, dass sie die starken Temperaturschwankungen der kalten Jahreszeit besser überstehen. Diese Dünger geben zudem bereits im zeitigen Frühjahr wärmeabhängig Stickstoff frei, so dass der Rasen frühzeitig zur Spielsaison belastbar ist. Gedüngt wird – je nach Lage – ab Anfang Oktober bis etwa Mitte November. Dabei ist es für die Vermeidung von Pilzbefall von Vorteil, wenn die Gräser bis dahin auf max. 6 cm Länge gemäht worden sind.

In den letzten Jahren sind Baumspezialisten mehr und mehr dazu übergegangen, Kronenauslichtungen und Entlastungsschnitte auch im belaubten Zustand des Baumes durchzuführen. Vieles spricht dafür, weil sich der Wundverschluss schneller vollzieht. Ebenso ist die Beseitigung von Totholz erleichtert. Man erkennt mit einem Blick, viel leichter als im Winter, von wo bis wo ein Ast abgestorben ist. Gleichwohl bleiben viele Arbeiten für die Herbst- und Wintermonate zurück. Insbesondere größere Eingriffe – und da stehen Fällungen an erster Stelle – sollten in diesen Monaten erfolgen, um eine unverhältnismäßig hohe Schädigung der Biotopstrukturen zu vermeiden. Bei diesen Arbeiten gehen schließlich nicht nur die Bäume als Nistplätze usw. verloren, sondern auch das Umfeld aus nachwachsenden Bäumen, Strauch- und Krautstrukturen wird durch den mit Krone fallenden Baum und den Einsatz von Fahrzeugen und Geräten in Mitleidenschaft gezogen.

Für Baumfällungen werden die Ergebnisse der sommerlichen Baumkontrolle herangezogen. Dabei sollten die Bäume mit dem höchsten Gefahrenpotenzial noch vor den Herbststürmen gefällt werden. Das Ausfräsen der Stubben für die Ersatzpflanzung kann aus Gründen der Wirtschaftlichkeit zusammenhängend dann erfolgen, wenn alle Fällarbeiten abgeschlossen sind (spätestens Ende Februar). Größere Schnittarbeiten an Sträuchern sollten ebenfalls in den Monaten der Vegetationsruhe durchgeführt werden. Dabei kann es sich um Verjüngungsschnitte handeln, aber auch um Schnitte zur Verbesserung der Übersichtlichkeit und Transparenz, sowie um den Freischnitt von Lampen bzw. Laternen.

Derartige Maßnahmen sind geeignet, das subjektive Sicherheitsgefühl von Passanten und Besuchern in Wohnstraßen und Parks, sowie auf Spielplätzen zu erhöhen. Ausdrücklich sollten auch Friedhöfe unter diesem Aspekt in Augenschein genommen werden. Gerade ältere Menschen haben in „grünen Schluchten“ oft Angstgefühle. Bei solchen Auslichtungsarbeiten fallen große Mengen Astwerk an, die, wo immer es geht, sogleich vor Ort geschreddert und in die Pflanzflächen als Mulch verbracht werden.