Wir zeigen Ihnen 4 einfache Tests, mit denen Gebäudedienstleister die wichtigsten Daten für eine Reinigung ermitteln können.

1. Der Ritztest

  • Warum? Reinigung ist die Entfernung von Schmutz, Pflege ist das bewusste Hinterlassen von Rückständen. Bodenbeläge, die man mit einem Cutter ankratzen kann, sollten mit pflegenden Mitteln behandelt werden. Dazu gehören Marmor, Kalkstein, Betonwerkstein, Marmor­agglo. Materialien, die man nicht anritzen kann wie Granit, ­Gabbro, Hartstoff­estrich, sollten pflegefrei gereinigt werden. Die heutigen Kunststeine sind den Natursteinen so ähnlich, dass man mit dem Auge allein keine Aussage über den Belag machen kann. Wie Sie schwarze mineralische Bodenbeläge richtig erkennen.
  • Wie? An unauffälliger Stelle versuchen, mit einem Cutter die Oberfläche anzuritzen.
  • Hinweise: Im Zweifelsfall mit einer Stecknadel prüfen, ob das, was man sieht, ein Kratzer ist und nicht Metall­abrieb vom Messer.

2. Der Glitschtest

  • Warum? Das Hauptproblem bei Reifenabdrücken von Automaten oder „quietschenden“ Böden bei Begehung sind Reinigungsmittelreste. Besonders bei Keramik kommt es dann zu Falschdiagnosen beziehungsweise Fehlanwendungen. Auch vermeintliche Verätzungen stellen sich oft als Angriff auf die vorhandene Schmutzpolitur heraus.
  • Wie? Stillles Mineralwasser auf den Boden geben, zwei Minuten warten und dann mit Druck und zwei Fingern über die nasse Fläche gehen. Fühlt es sich glitschig an, sind Reinigungsmittelreste vorhanden.
  • Hinweise: Die Entfernung der Schicht kann entweder mit erhöhter Mechanik (Ceranfeldscheuermilch vorlegen und Mikrofaserpad am Automaten) oder mit einer Walzenbürste mit viel Flotte (ohne Reinigungsmittel) erfolgen. Möchte man das vorführen, hat sich das Consumerprodukt Putzstein bewährt. Damit kann man als Demonstration schnell die Ablagerungen von Hand entfernen, nicht aber flächig.

3. Der Säuretest

  • Warum? In Nassbereichen führt Wasser bereits ab mittlerer Härte zu einer Vergrauung des Bodens und gegebenenfalls sogar zu polierfähigen Schichten (Schmutz­politur). Nicht beziehungsweise unsachgemäß erfolgte Zementschleier­entfernung hat oft eine schlechte Optik zur Folge.
  • Wie? An unauffälliger Stelle Amidosulfonsäure pur mit einer Pipette auftragen. Schäumt es nachhaltig, ist Kalk im Bodenbelag. Schäumt es nur kurz auf, ist dies eher ein Indiz für eine Kalkschicht. Danach mit einem Glasreiniger und einem Mikrofasertuch die Flotte entfernen und trocknen lassen. Dann ist das Ergebnis ­sichtbar.
  • Hinweise: Es ist nur Amidosulfonsäure zu nehmen. Einige weiche Gesteine wie Portoschiefer kann man zwar anritzen, sie sind aber gegen Amidosulfonsäure beständig. Basanite, die sehr hart sind, wiederum nicht. Andere Säuren können zu Schäden führen.

4. Der Benzintest

  • Warum? Insbesondere bei dunklen Boden­belägen wird oft mit Farbtonvertiefern nachgeholfen, wenn die Zementschleierentfernung fehlerhaft war ­beziehungsweise wenn der Auftraggeber den Boden dunkler haben möchte. Ein weiterer Punkt ist eine unsachgemäße Imprägnierung. Wolken, die über die Fugen gehen, sind meist ein Zeichen dafür.
  • Wie? Hierzu benötigt man Waschbenzin oder Ähnliches und ein Mikrofasertuch. Waschbenzin direkt auf die Fläche geben, eine Minute einwirken ­lassen und mit dem Mikrofasertuch in eine Richtung abziehen. Ist dann eine Glanzänderung sichtbar ­beziehungsweise die Verschmutzung entfernt, kann man von einer nicht ordnungs­gemäßen Einpflege ausgehen. Auch schwarze Farbpartikel am Textil sind ein Beleg hierfür.
  • Hinweise: Bei diesem Test können gegebenenfalls auch vorhandene Pflegeschichten entfernt werden, was zu einer Aufhellung des Belags führen kann. Dies ist dem Auftraggeber zu erklären und gegebenenfalls ist mit ihm die Teststelle ­auszusuchen.